Städtereisen mit Kindern / Moin Bremen

Kennst du schon die Bremer Dom-Maus?

von | Apr 10, 2022 | 0 Kommentare

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Bremen. Die Bremer Stadtmusikanten wählten mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Hansestadt Bremen als Reiseziel, um dort ein besseres Leben zu führen. Und wirklich. Diese hübsche Stadt hat so viel für Familien zu bieten, deshalb vorweg gesagt – packt auf eure Reiseplanung nach Bremen noch ein paar Tage obendrauf und organisiert euch auf jeden Fall Fahrräder.

SECHS LANDEIER IN DER GROSSSTADT

Nur gut, dass wir Landeier unsere Komfortzone verlassen und uns auf das Abenteuer Großstadt eingelassen haben. Bisher standen Städtereisen noch nicht so sehr in unserem Focus. Vor meinem inneren Auge lief bei dem Gedanken an die Großstadt eher der Film: „Mama und Papa möchten einfach nur ihren Late im Café genießen, während sich eins der Kinder unterm Tisch verkriecht um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das andere kippelnd mit dem Stuhl alles gibt, um doch noch umzufallen. Die anderen beiden abwechselnd im 3-Minuten-Abstand die berühmte ‘Wie-lange-dauerts-noch-Frage’ auf den Tisch werfen und ich feststelle: der Kaffee kalt ist.” – alles nicht eingetreten.

Sogar der Hund war entspannt. Bis auf die Ausnahme, das zum Bremer Freimarkt (Volksfest) wohl unfassbar leckere Pommes & Co auf dem Kopfsteinpflaster verteilt lagen, und sich die Bremer bestimmt über unsere Haken gewundert haben, die wir permanent geschlagen haben, um jeder Pommes auszuweichen.

 

Genug geschnuddelt, oder “geschnackt” wie der Bremer sagt. Wir parken unsere Räder zentral am Marktplatz und starten mit unserem Rundgang NICHT an der Bronzefigur der Bremer Stadtmusikanten, sondern am Roland.

Die Bremer Stadtmusikanten sind bei den Kindern viel bekannter als der Roland. Aber genau DER ist DAS Wahrzeichen der Bremer. Die Sage dahinter stammt aus der Zeit, in der auf dem Markt noch gehandelt wurde und ist aktueller denn je.

Der Roland ist ein Symbol für Freiheit. Solange der steht, ist Bremen eine freie Stadt. Ihr findet den Ritter auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, in Richtung Dom schauend. Antwort auf die Bingo-Frage: 5,50 Meter hoch.

KIRCHEN AUS EINEM ANDEREN BLICKWINKEL

Die Dom-Maus hat in Bremen den Bekanntheitsgrad der Bremer Stadtmusikanten. Upppps. Wir hatten noch nie von ihr gehört. Ohne unseren Michael hätten wir also nicht mal von ihrer Existenz gewusst. Michael ist einer von Bremens Gästeführern, mit ganz viel Humor. Sein Motto „Abwechselung und storytelling zum Gesehenen gehören einfach dazu.“ Und so sind wir mal hier rein gehuscht, mal dort, haben die Altstadt unterirdisch und oberirdisch auf eine sehr interessante Weise gesehen.

Während wir Erwachsenen den gigantischen Dom auf uns wirken ließen, waren die Kleinsten beschäftigt, die Kirchenmaus zu erspähen. Sie sollte im Mittelalter Teufel und Hexen fernhalten. Mit ein paar hilfreichen Tipps haben wir sie dann auch gefunden, an der zugemauerten Tür im Rundbogenportal, welches heute mit einem Seil abgesperrt ist.

Bevor wir eine Kirche verlassen, gehört es für uns dazu, einen Moment innezuhalten und ein Licht anzuzünden. Im Stillen denken wir dann jeder für sich an eine nahestehende Person, der es vielleicht nicht so gut geht oder (gerade) unerreichbar ist. Diese mal haben wir alle an die gleiche Person gedacht, ohne es auszusprechen. Ich liebe diese Momente sehr, in der wir als Familie fest zusammenhalten.

BREMER STADTMUSIKANTEN

In jedem Schaufenster, an jeder Straßenecke findet man Drucke und Skulpturen der Bremer Stadtmusikanten. Und natürlich ganz groß die Bronzefigur, links neben dem alten Rathaus.

Obacht! Hier gibt es das Glück zum Mitnehmen. Gratis. Denn wer dem Esel beide Vorderbeine berührt, darf sich etwas wünschen. Funktioniert bestimmt auch im Familien Konvoi. Und wenn ihr schon auf dem Marktplatz seid und noch eine Münze in der Hosenkippe habt, horcht mal ganz genau hin, ob ihr die Rufe der Tiere hört. Der Eselschrei oder das Hahnkrähen kommen aus einem Kanaldeckel direkt vor der Bremer Bürgschaft. Wirft man hier eine Münze ein, gibt’s ein kleines Konzert. Wer die Bremer Stadtmusikanten am sogenannten „Bremer Loch“ zum Singen bringt, unterstützt mit der Spende Bremer Projekte. Klasse Idee, die doppelt Freude macht.

“Weißt du was”, sprach der Esel, “ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant.”

Märchen: Bremer Stadtmusikanten

Von Sommer bis Herbst spielt das Theater INTERAKTIWo jeden Sonntag um 12 Uhr kostenlos das Märchen auf dem Domplatz. Witzig und kurzweilig ziehen die Schauspieler ihr junges Publikum in den Bann. Ein forscher Esel, ein lustiger Hund, eine entzückende Katze, und ein grübelnder Hahn – mehr braucht es auch nicht, um die Jüngsten für die Märchenwelt zu begeistern.

Bonbon-Fabrik in der historischen Böttcherstraße

Wir verlassen den Dom-Platz mit unserem nächsten Ziel, der Böttcherstraße. Wer Treppen laufen kann, sollte wie wir, den Börsendurchgang nehmen und unbedingt am Ende zurückblicken. Wir haben unseren Croozer geschultert und den absoluten WOW-Moment am Ende der Stufen genossen.

Den Eingang der Böttcherstraße kann man nicht verfehlen. Spätestens hier wird jedem Touristen klar, warum die Bremer diesen Teil der Altstadt als „Juwel“ bezeichnen. Gigantisch thronend lädt ein vergoldetes Bronzerelief mit einem Drachenkampf zum zauberhaften Bummel ein. Auf knapp 100 Metern erwartet euch ein Mix aus kleinen Geschäften, bunten Ausstellungen und Szene-Kneipen.

Unser Familien-Highlight: die Bremer Bonbon-Manufaktur. Hier kann man von draußen durchs Fenster hineinspähen, wie aus einer grellen, klebrigen Masse, allerschönste, leckere Bonbons und Lollis hergestellt werden – per Hand und nicht maschinell. Unser Michael hat direkt mal eine Runde Probier-Bonbons organisiert, und NATÜRLICH haben wir uns einen ausreichenden Vorrat für zu Hause zugelegt.

Euren Bummel durch die Böttcherstraße solltet ihr so takten, das ihr zur vollen Stunde am Haus des Glockenspiels seid. Oder lauscht zumindest dem hellen Klang der Seemannslieder aus nächster Nähe. Von April bis Dezember spielt das Glockenwerk stündlich zur vollen Stunde zwischen 12 und 18 Uhr. Ihr erkennet das Haus an den 30 Meißner Porzellanglocken, welche zwei alte Lagerhäuser im Giebel verbindet. Gleichzeitig zum Glockengeläut drehen sich 10 Holztafeln, die bekannte Ozeanseefahrer zeigen. Columbus ist einer von ihnen.

Übrigens: hier findet ihr auch die Tourist-Information mit vielen Infos, Flyern & Co.

Rotkäppchen in Bremen gekentert

Mit Verlassen der Böttcherstraße erblickt ihr direkt die Weserpromenade, die ihr linksrum flaniert. Und hierzu direkt unser märchenhafter Insider-Tipp: auf der Admiral Nelson werdet ihr von – na klar ECHTEN (!!) Piraten bedient. Und was eine echte Überraschung für uns war? Auf der Karte findet ihr einen „Hänsel und Gretel Pancake“ sowie ein „Rotkäppchen Pfannkuchen“. Wahrscheinlich ist der „Appelflap“ den Bremer Stadtmusikanten gewidmet?! Aber ganz egal, für welchen ihr euch entscheidet – wir fanden alle mega lecker und die Atmosphäre auf Deck, einen Knaller.

“Leinen Los” 

Wer erleben möchte, welche Dimensionen der Bremer Handel auf Wasser einst hatte und wie heute noch riesige Bauteile für Windparks verladen werden, kann am Martinanleger an der Schlachte ablegen. 75 Minuten dauert die Hafenrundfahrt zur Überseestadt, vorbei am ehemaligen Kellogg‘s Werk und dem kleinen Molenturm am Waller Sand. Der Skipper erzählt ein bisschen dazu, wie alte Häfen genutzt werden und neue Stadtteile entstehen. Für uns hieß es: besten Platz auf Deck sichern, zurücklehnen und den Ausblick genießen.

Kleines, Feines Schnoorviertel

Geschäfte nicht größer als eine Speisenkammer? Enge Gassen, in der man beide Hausreihen mit ausgestreckten Armen berühren kann? Beim Katzengang mit gerade mal 80 cm Breite, hieß es „bitte nacheinander passieren und mit dem Croozer Nebenstrecke nutzen“.

Sogar das kleinste Haus Deutschlands (4 m² Wohnfläche) findet man hier im Schnoor-Viertel. In 111 hübschen, farbenfrohen Häuschen werden euch hier Blechspielzeug, bremische Spezialitäten und allerhand kurioses und selbstgemachtes geboten.

Übrigens haben im Schnoor die Geschäfte auch sonntags geöffnet.

Wie gerne hätten wir uns das Bremer Geschichtenhaus angeschaut, nicht nur ein „lebendiges Museum“ sondern auch ein soziales Projekt. Leider waren alle der wenigen Zeitfenster ausgebucht. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Gelegenheit nutzen, und mit den Darstellern in die Bremer Geschichte ab dem 17. Jahrhundert eintauchen.

Ein Besuch im Geschichtenhaus steht jedenfalls weiter auf unserer Wunschliste…

Unser Fazit:

Bremen hat unfassbar viel Abwechselung für Familien zu bieten, da kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Wer einfach den Charme der Altstadt auf sich wirken lassen möchte und schlendern, findet mit ein paar groben Markierungen auf dem Stadtplan wunderbar selbst zu den Highlights.

Wer aber mehr Hintergründe und Wow-Momente erleben möchte, sollte sich einer der der 2-stündigen Stadtführung anschließen oder besser noch, eine individuelle Tour buchen.

WIR LIEBEN ES, DIE WELT MIT KINDERAUGEN ZU SEHEN.


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BusinessMom | Journalist | kreativerKopf | Nachteule

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